Posts Tagged ‘Sprachkurs’

Positives der Finanzkrise und vieles mehr

21. Oktober 2008

Hallo allerseits! Heute hatte ich das vorerst letzte Mal Ungarischunterricht und ich kann mittlerweile tatsächlich ein bisschen auf Ungarisch kommunizieren. Das beschränkt sich hauptsächlich auf einfache E-Mails, weil ich noch immer große Probleme habe, andere zu verstehen, aber es ist ein Beginn. Es ist vor allem die die schier endlose Anzahl an Suffixen, die das Zuhören schwierig machen. Auf dieser Website ist ein schönes Beispiel dafür zu finden: Ungarische-Sprache.de.

Auch wenn es sich schon jetzt auszahlt, bin ich doch froh, dass dieser Kurs erst einmal zu Ende ist. Täglich vier Stunden konzentriertes Lernen am Vormittag, zusätzlich 6 Stunden im Büro plus Hausaufgaben danach waren doch recht viel.

Das ungarische Parlamentsgebäude

Das ungarische Parlamentsgebäude von der Budaer Burg aus gesehen

Immerhin hatte ich die letzten zwei Wochenenden frei und konnte mir so Sehens-würdigkeiten wie die Burg und den Heldenplatz anschauen. Mit den AFS-Freiwilligen und Austauschschülern in Budapest gibt es immer viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen und ich lerne die neue Mobilität eines Großstadt-ÖPNVs zu schätzen – die Bushaltestelle vor meiner Haustür wird auch um halb vier morgens noch im 5-Minuten-Takt angefahren.

Die Arbeit im Büro ist weiterhin sehr vielfältig. Ich habe zuletzt hauptsächlich Csilla unterstützt, also viel im Hostingbereich gearbeitet. Nach etwas mehr als einem Monat treten generell die meisten „Support Cases“, also schwerwiegendere Probleme zwischen den Austauschschülern und ihren Gastfamilien, auf. Als Büromitarbeiter in solchen Fällen mitzuhelfen bringt dabei gleich eine größere Verantwortung mit sich, an die ich mich erst gewöhnen musste/muss. Konkret bemühe ich mich beispielsweise die Probleme der Gastschüler zu verstehen, während Csilla sich dann bei der Familie erkundigt, um deren Sicht der Dinge zu erfahren. Danach vergleichen wir, was bei den oft stark abweichenden Meinung nicht immer leicht fällt, und sie übernimmt dann die Rolle des Mediators. Ich protokolliere dann den weiteren Konfliktverlauf und informiere die Partnerbüros. Diplomatie spielt dabei eine große Rolle, da die Partnerbüros sich in den meisten Fällen zunächst auf die Seite „ihres“ Gastschülers schlagen und als deren Lobby fungieren. Unter dem Druck der Eltern des Schülers fordern sie meist eine noch bessere Betreuung etc., woraufhin ich versichere, dass alles in unserer Macht stehende in die Wege geleitet wurde;)

Ein weiteres Arbeitsgebiet sind Trainings/Fortbildungen für Ehrenamtliche. Wir werden demnächst zwei solcher Veranstaltungen in Ungarn anbieten und Ende November – worauf ich mich besonders freue – eine in Belgrad für die serbischen Ehrenamtlichen. Dann werde ich für drei Tage dort bleiben und etwas mehr von der Stadt sehen können.

Der Heldenplatz

Der Heldenplatz

Am Donnerstag beginnen hier die Herbstferien (hehe, damals als Schüler…das waren noch Zeiten:-)) und ich werde für fünf Tage mit der Familie einer Ehrenamtlichen nach Prag fahren.

Zum Schluss noch ein für mich positiver Effekt der Finanzkrise. Diese hat nämlich mittlerweile auch Ungarn mit voller Wucht getroffen (siehe: N-TV.de), wodurch der Euro allein seit Anfang Oktober 13% gegenüber dem Forint zugelegt hat. Triviales Spekulieren: Lasse ich mir heute Forint aus dem Euro-Konto auszahlen oder morgen?

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Hello und tschüss

3. Oktober 2008

Ich will mich noch einmal mit einem kurzen Rückblick und einem noch kürzeren Ausblick auf die nächsten Wochen melden.

Seit Montag nehme ich also an einem Intensiv-Sprachkurs teil, der diesen Namen auch zurecht trägt. Nach einem kurzen Einstufungstest wurde ich dem „Intermediate“-Level zugeteilt und war damit in einem Kurs, der neben mir nur von einer Engländerin besucht wurde. Diese ist aber jetzt nicht mehr da, sodass ich ab kommenden Montag für zwei Wochen täglich 4×45 Minuten Einzelunterricht haben werde. Nach einer Woche habe ich jetzt schon viel über die Grammatik gelernt – mit dem Sprechen klappt das dann hoffentlich auch bald. Es ist jedenfalls sehr herausfordernd und ich verlasse die Sprachschule immer geistig total ausgepowert.

U-Bahn Budapest

U-Bahn Budapest

Durch den Ungarisch-Kurs entstand die Notwendigkeit, mich noch einmal genauer mit dem ÖPNV in Budapest zu befassen. Als Ergebnis fahre ich jetzt nicht mehr über, sondern unter der Donau zur Arbeit und brauche dafür bis zu 15 Minuten weniger. Die U-Bahn befindet sich im Sowjet-Stil ca. 60 Meter unter der Erde und man kommt über die entsprechend langen Rolltreppen – bei dort konstant vorherrschender Windstärke 8 – zu den einzelnen Stationen (Alle Prag-Fahrer können sich daran sicherlich erinnern). Bildquelle: Wikipedia.

Morgen fahre ich mit Csilla zum Orientation Camp für die im östlichen Teil Ungarns lebenden Austauschschüler. Solche Camps sind ja eigentlich immer super:)

Und jetzt noch eine kurze Erklärung zum Titel dieses Eintrags: In Ungarn sagt man bei der Verabschiedung „hello“, was für mich am Anfang total irritierend war. Also dann.

Hello!

Happy Intercultural Dialogue Day everybody!

27. September 2008

Es ist schon wieder einige Zeit her, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Gestern war also der von der EU ausgerufene Intercultural Dialogue Day – wer hat dran gedacht?:-)

Intercultural Dialogue Day

Anett mit Roberto Ruffino, Mick Petersmann und dem Vize-Präsidenten des ungarischen Parlaments

Zu diesem Anlass fand die von AFS organisierte Pressekonferenz im Parlaments-gebäude statt. Es gab dort Beiträge von dem Vize-Präsidenten des ungarischen Parlaments, der Schachspielerin Judit Polgár und des Olympiasiegers Dániel Várga sowie von Anett, Mick Petersmann, CEO AFS Deutschland, und Roberto Ruffino, Gründer von EFIL und CEO AFS Italien. War sehr alles sehr interessant und wurde gestern auch schon im Fernsehen übertragen. Ich werde noch ein paar Bilder nachliefern.

Anschließend gab es eine Führung durchs Parlamentsgebäude und darauffolgend eine kleinere Veranstaltung in einer Budapester Schule. Abends dann gemeinsames Essen mit den EFIL Board Members am Donauufer. Cool, wenn man Gelegenheit hat, sich mit den „big guys“ der AFS Szene so zu treffen.

Heute sind die aber erst einmal am Tagen, während Greg, ein paar andere AFSer und ich ein bisschen Go Cart fahren werden. Das Abendprogramm besteht aus einer Donau-Bootfahrt und einem „Wine-Tasting Dinner“. Ich find’s wirklich klasse, dass die Budapest als Ort für ihr Board Meeting ausgewählt haben:-)

Die Pressekonferenz

Die Pressekonferenz

Am Montag beginne ich meinen Intensiv-Sprachkurs. Ich muss zunächst einen Einstufungstest machen und habe dann bis Mitte Oktober täglich vier Stunden Unterricht. Ich werde in dieser Zeit ein paar meiner Urlaubstage verbrauchen und weniger arbeiten. Das ist kein Problem, weil ich schon jede Menge Urlaubstage durch meine Wochenendarbeit angesammelt habe. So habe ich vor zwei Wochen bei der Nachbereitung der ungarischen Austauschschüler mitgeholfen und nächstes Wochenende findet das zweite Camp für die mit mir angekommenen Austauschschüler statt.

Soweit erst einmal. Viele Grüße nach Deutschland!

Székesfehérvár und große Weisheiten

9. September 2008

Jo napot kívánok!

Ich hatte heute zusammen mit den Austauschschülern aus der Umgebung meine erste Stunde Ungarischunterricht. Was uns dort vermittelt wurde, war mir allerdings schon bekannt – irgendwie paradox, wo ich noch immer die einfachsten Sachen nicht formulieren kann.

Székesfehérvár

Stadtmitte in Székesfehérvár

Das Wochenende habe ich, wie angekündigt, in Székesfehérvár verbracht. Am Samstag fand dort die Komitee-Feier statt und anschließend bot sich mir die Gelegenheit das ein oder andere ungarische Bier zu probieren. Den Sonntag habe ich dann mit Ausschlafen und Stadtbesichtigung verbracht. Székesfehérvár hat eine schöne Innenstadt und kam mir nach über zwei Wochen in Budapest einfach unheimlich ruhig vor.

Im Büro ist dagegen viel los. Gerade die Organisation der Pressekonferenz am 26.9 bedeutet großen Aufwand, aber es verspricht eine richtig interessante Veranstaltung zu werden. Anett konnte Judit Polgár, beste Schachspielerin der Welt und Botschafterin des Intercultural Dialogue Days, sowie einen der ungarischen Olympiasieger im Wasserball für die Veranstaltung gewinnen. Daneben werden die Vorsitzenden von EFIL und AFS Deutschland Reden halten.

Abschließend noch ein paar mehr oder weniger wichtige Erkenntnisse/Eindrücke über und von meiner Umgebung – in gänzlich ungeordneter Reihenfolge:

Straßenbahn: Die von mir auf dem Weg zur Arbeit genutzten Linien 4 und 6 sind die weltweit am meisten genutzten Straßenbahnlinien, auf denen die längsten Straßenbahnen verkehren (Siemens Combino – 54 Meter)

Verkehr: Viele Autos haben trotz ungarischer Besitzer ausländische Kennzeichen, um eine bestimmte Registrierungsgebühr zu umgehen. Und auf dem Innenstadtring steht man wahrscheinlich auch nachts um drei im Stau. Dementsprechend ist die…

Luft: Ziemlich schlecht. Beim Laufen auf der „grünen“ Margitsziget (mittlerweile schon dreimal) und anschließender Rückkehr in Downtown Pest wird der Smog besonders deutlich.

Deutsche Geschäfte: Sieht man hier überall. Von Rossmann und Schlecker, über Spar, Lidl, Plus und Aldi, bis hin zu Mediamarkt und Saturn ist eigentlich alles vertreten. Selbst ein „Nordsee“-Schnellrestaurant musste mein Geruchssinn ausstehen. Der ungarische Slogan von Praktiker erinnert übrigens stark an „20% auf alles, außer Tiernahrung“ – ich werde mich da noch vergewissern.

Ungarische Küche: Irgendwie immer mit roter Soße, meistens scharf und oft sehr lecker.

To be continued…