Posts Tagged ‘Büro’

Ein guter Start ins neue Jahr…

13. Januar 2009

…dieses erste Fazit habe ich soeben gezogen: Obama ist mittlerweile Präsident, der Euro nähert sich der Marke von 290 Forint (Juli: <230) und ich darf weiterhin eine tolle Zeit in Budapest verbringen und auch im neuen Jahr viel reisen. So habe ich gestern erfahren, dass meine Bewerbung als Trainer für ein EFIL-Training für Ehrenamtliche der neuen AFS Initiativen im Balkan und Polen erfolgreich war. Das Training wird Anfang April in Zagreb stattfinden und damit wir – neben mir sind noch fünf andere AFSer beteiligt – das einwöchige Programm auch mit genügend Inhalten füllen, wird es ein Vorbereitungstreffen an einem noch zu findenden Ort geben. Ich bin wirklich sehr froh, dabei sein zu dürfen – das Training in Belgrad hatte mir schon viel Spaß gemacht und die Veranstaltung in Zagreb sollte das noch toppen können.

Seit dem letzten Eintrag ist schon wieder viel Zeit schnell vergangen – zu viel, um ausführlicher darüber zu berichten. Ich war im Dezember u.a. eine Woche in Kaposvár, konnte eine angenehme Vorweihnachtszeit in meiner neuen Gastfamilie verbringen und dann später über Weihnachten und zum Jahreswechsel in Deutschland sein. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich es endlich geschafft habe, eines der berühmten Bäder Budapests zu besuchen. Ich weiß nicht mehr, wie wir auf die Idee kamen, aber irgendwie hatte ich mich mit Greg verabredet morgens um sechs ins Széchenyi-Bad zu gehen. War dann aber wirklich lustig bei Temperaturen knapp über Null halbschlafend im 38° warmen Wasser zu chillen.

Das Büro gibt es aber auch immer noch, auch wenn seine Existenz zwischendurch aufgrund eines Gas-Lecks bedroht war. In den nächsten Tagen stehen ein einwöchiger Gastfamilienwechsel für alle Schüler der Sommeranreise und darauffolgend deren Midstay-Orientations sowie die Anreise der Gastschüler aus Lateinamerika an, sodass mir dort auch nicht langweilig wird.

Werbeanzeigen

Positives der Finanzkrise und vieles mehr

21. Oktober 2008

Hallo allerseits! Heute hatte ich das vorerst letzte Mal Ungarischunterricht und ich kann mittlerweile tatsächlich ein bisschen auf Ungarisch kommunizieren. Das beschränkt sich hauptsächlich auf einfache E-Mails, weil ich noch immer große Probleme habe, andere zu verstehen, aber es ist ein Beginn. Es ist vor allem die die schier endlose Anzahl an Suffixen, die das Zuhören schwierig machen. Auf dieser Website ist ein schönes Beispiel dafür zu finden: Ungarische-Sprache.de.

Auch wenn es sich schon jetzt auszahlt, bin ich doch froh, dass dieser Kurs erst einmal zu Ende ist. Täglich vier Stunden konzentriertes Lernen am Vormittag, zusätzlich 6 Stunden im Büro plus Hausaufgaben danach waren doch recht viel.

Das ungarische Parlamentsgebäude

Das ungarische Parlamentsgebäude von der Budaer Burg aus gesehen

Immerhin hatte ich die letzten zwei Wochenenden frei und konnte mir so Sehens-würdigkeiten wie die Burg und den Heldenplatz anschauen. Mit den AFS-Freiwilligen und Austauschschülern in Budapest gibt es immer viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen und ich lerne die neue Mobilität eines Großstadt-ÖPNVs zu schätzen – die Bushaltestelle vor meiner Haustür wird auch um halb vier morgens noch im 5-Minuten-Takt angefahren.

Die Arbeit im Büro ist weiterhin sehr vielfältig. Ich habe zuletzt hauptsächlich Csilla unterstützt, also viel im Hostingbereich gearbeitet. Nach etwas mehr als einem Monat treten generell die meisten „Support Cases“, also schwerwiegendere Probleme zwischen den Austauschschülern und ihren Gastfamilien, auf. Als Büromitarbeiter in solchen Fällen mitzuhelfen bringt dabei gleich eine größere Verantwortung mit sich, an die ich mich erst gewöhnen musste/muss. Konkret bemühe ich mich beispielsweise die Probleme der Gastschüler zu verstehen, während Csilla sich dann bei der Familie erkundigt, um deren Sicht der Dinge zu erfahren. Danach vergleichen wir, was bei den oft stark abweichenden Meinung nicht immer leicht fällt, und sie übernimmt dann die Rolle des Mediators. Ich protokolliere dann den weiteren Konfliktverlauf und informiere die Partnerbüros. Diplomatie spielt dabei eine große Rolle, da die Partnerbüros sich in den meisten Fällen zunächst auf die Seite „ihres“ Gastschülers schlagen und als deren Lobby fungieren. Unter dem Druck der Eltern des Schülers fordern sie meist eine noch bessere Betreuung etc., woraufhin ich versichere, dass alles in unserer Macht stehende in die Wege geleitet wurde;)

Ein weiteres Arbeitsgebiet sind Trainings/Fortbildungen für Ehrenamtliche. Wir werden demnächst zwei solcher Veranstaltungen in Ungarn anbieten und Ende November – worauf ich mich besonders freue – eine in Belgrad für die serbischen Ehrenamtlichen. Dann werde ich für drei Tage dort bleiben und etwas mehr von der Stadt sehen können.

Der Heldenplatz

Der Heldenplatz

Am Donnerstag beginnen hier die Herbstferien (hehe, damals als Schüler…das waren noch Zeiten:-)) und ich werde für fünf Tage mit der Familie einer Ehrenamtlichen nach Prag fahren.

Zum Schluss noch ein für mich positiver Effekt der Finanzkrise. Diese hat nämlich mittlerweile auch Ungarn mit voller Wucht getroffen (siehe: N-TV.de), wodurch der Euro allein seit Anfang Oktober 13% gegenüber dem Forint zugelegt hat. Triviales Spekulieren: Lasse ich mir heute Forint aus dem Euro-Konto auszahlen oder morgen?

Székesfehérvár und große Weisheiten

9. September 2008

Jo napot kívánok!

Ich hatte heute zusammen mit den Austauschschülern aus der Umgebung meine erste Stunde Ungarischunterricht. Was uns dort vermittelt wurde, war mir allerdings schon bekannt – irgendwie paradox, wo ich noch immer die einfachsten Sachen nicht formulieren kann.

Székesfehérvár

Stadtmitte in Székesfehérvár

Das Wochenende habe ich, wie angekündigt, in Székesfehérvár verbracht. Am Samstag fand dort die Komitee-Feier statt und anschließend bot sich mir die Gelegenheit das ein oder andere ungarische Bier zu probieren. Den Sonntag habe ich dann mit Ausschlafen und Stadtbesichtigung verbracht. Székesfehérvár hat eine schöne Innenstadt und kam mir nach über zwei Wochen in Budapest einfach unheimlich ruhig vor.

Im Büro ist dagegen viel los. Gerade die Organisation der Pressekonferenz am 26.9 bedeutet großen Aufwand, aber es verspricht eine richtig interessante Veranstaltung zu werden. Anett konnte Judit Polgár, beste Schachspielerin der Welt und Botschafterin des Intercultural Dialogue Days, sowie einen der ungarischen Olympiasieger im Wasserball für die Veranstaltung gewinnen. Daneben werden die Vorsitzenden von EFIL und AFS Deutschland Reden halten.

Abschließend noch ein paar mehr oder weniger wichtige Erkenntnisse/Eindrücke über und von meiner Umgebung – in gänzlich ungeordneter Reihenfolge:

Straßenbahn: Die von mir auf dem Weg zur Arbeit genutzten Linien 4 und 6 sind die weltweit am meisten genutzten Straßenbahnlinien, auf denen die längsten Straßenbahnen verkehren (Siemens Combino – 54 Meter)

Verkehr: Viele Autos haben trotz ungarischer Besitzer ausländische Kennzeichen, um eine bestimmte Registrierungsgebühr zu umgehen. Und auf dem Innenstadtring steht man wahrscheinlich auch nachts um drei im Stau. Dementsprechend ist die…

Luft: Ziemlich schlecht. Beim Laufen auf der „grünen“ Margitsziget (mittlerweile schon dreimal) und anschließender Rückkehr in Downtown Pest wird der Smog besonders deutlich.

Deutsche Geschäfte: Sieht man hier überall. Von Rossmann und Schlecker, über Spar, Lidl, Plus und Aldi, bis hin zu Mediamarkt und Saturn ist eigentlich alles vertreten. Selbst ein „Nordsee“-Schnellrestaurant musste mein Geruchssinn ausstehen. Der ungarische Slogan von Praktiker erinnert übrigens stark an „20% auf alles, außer Tiernahrung“ – ich werde mich da noch vergewissern.

Ungarische Küche: Irgendwie immer mit roter Soße, meistens scharf und oft sehr lecker.

To be continued…

Die ersten Tage im Büro

28. August 2008

Ich habe mittlerweile schon ganze vier Tage im Büro verbracht und soweit hat es jede Menge Spaß gemacht. Ich muss zwar hin und zurück jeweils 40 Minuten mit der Straßenbahn fahren, werde aber beim Wechsel von Pest nach Buda mit einem wunderschönen Donau-Panorama entschädigt. Zudem fangen wir erst gegen 10 Uhr an, sodass ich wirklich nicht allzu früh raus muss.

Parlament und Donau

Parlament und Donau

Das Büro selbst ist überschaubar. Anett ist National Director, Greg Program Director und damit hauptsächlich fürs Sending (also das Wegschicken von ungarischen Schülern) verantwortlich während Csilla sich ums Hosting kümmert. Diana ist mit der Vereinsentwicklung beschäftigt (Organizational Development) und um alles übrig gebliebene kümmert sich Noemi. Ich hab bisher vor allem Verwaltungskram gemacht. Feedbacks auswerten, Briefe versenden, Infomaterial für die Komitees zusammenstellen usw. Später darf ich dann für jeweils ein paar Tage Komitees besuchen und somit viel durchs Land reisen, um hoffentlich die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen zu verbessen. Zunächst bleibt mir aber noch ein wenig Zeit, Ungarisch zu lernen. We will see how that goes…

Vorgestern hab ich den ersten Ungarischen Palinka probieren können und gestern war ich mit Greg auf einem Jazz-Konzert – auf einem Schiff. Tolles Ambiente.

Meine Gastfamilie ist auch sehr nett. Allerdings stehe ich hier erstmals vor einer krassen Sprachbarriere, weil sie nur Ungarisch sprechen.

Übers Wochenende bin ich in Jászárokszállás, wo alle Komiteevorsitzenden Ungarns zusammenkommen. Ich melde mich dann nächste Woche wieder.

Üdvözlettel, Johannes

Achja, ich habe endlich ein paar Fotos hochgeladen, die ihr hier: http://picasaweb.google.de/johannes.schirrmeister/ErsteEindrCke?authkey=vwfQzL9w0MY ansehen könnt.